Projektteams

Projekterfolge entstehen im Team

Ob Projekte gelingen oder scheitern entscheidet sich in aller Regel nicht durch fachliche Kompetenzen oder die verfügbaren Ressourcen, sondern an den Menschen, die im Projektteam zusammenarbeiten. Kommunikation, Moderation, Teammanagement und professionelles Miteinander an der Sache sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren. Die Menschen im Team entscheiden durch ihr Verhalten, ob die meist knappen Ressourcen Zeit, Geld oder Logistik ausreichend sind. Hierarchien und deren Überwindung, Umgang mit Konflikten und die Frage, ob sich jeder typgerecht und entsprechend seinen persönlichen Wünschen und Neigungen in das Projekt einbringen kann, lassen Hindernisse entstehen oder helfen, sie zu beseitigen. Dabei können die neun Teamrollen, die der britische Wissenschaftler Meredith Belbin herausgearbeitet hat, wenn es um die perfekte Besetzung von Projektteams geht, unterstützen.

Nach Belbin arbeiten Teams dann besonders effektiv und kooperativ, wenn sie heterogen besetzt sind und mehrere Persönlichkeitstypen zusammenkommen. Belbin unterscheidet insgesamt neun Persönlichkeitstypen, die sich in drei Kategorien einteilen lassen: Macher, Umsetzer und Perfektionisten gehören in die erste Kategorie. Das sind die handlungsorientierte Rollen, die ein Projekt treiben. In der zweiten Kategorie finden sich die kommunikationsorientierten Rollen in Form von Koordinatoren und Integratoren, Teamarbeitern und Weichenstellern. Was dann noch fehlt sind diejenigen, die vor allem durch Wissen überzeugen: Spezialisten, Beobachter und Erfinder. Wer eigene Projekterfahrungen analysiert, wird im Nachhinein schnell wissen, welche Rollenpersönlichkeit im eigenen Projekt wahrscheinlich gefehlt haben wird. Wer in seine Projektteams die Rollen nach Belbin integriert und sich grob an das Modell hält, kann sich manch teure Enttäuschung ersparen. Das Wissen um Menschen und deren Persönlichkeit sowie deren Entwicklung ist die Basis jeden erfolgreichen Projekts. Mehr als 60 Prozent aller Projekte scheitern jährlich weltweit– teilweise mit erheblichen finanziellen Verlusten. Die menschliche Seite braucht mehr Beachtung. Immer noch werden zu viele Dinge rein fachlich und theoretisch angegangen.

Das Rollenmodell nach Belbin ist ein flexibles Instrument bei der Besetzung von Teams. Natürlich würde nicht jedes Projektteam aus neun oder mehr Personen bestehen. Manche Persönlichkeiten könnten auch mehrere Rollen verkörpern oder einnehmen. Wichtig ist dabei aber aus Sicht des Auftraggebers oder des Projektmanagers zu wissen, welche Rollen im Team schon vorhanden seien und wie diese aufeinander wirken. Mehr vom Gleichen ist keine Lösung. Diversifikation und Vielfalt gepaart mit einer etablieren Konfliktkultur ist gefragt. Belbin und sein Modell sowie die menschlichen Facetten in der Projektkultur sollten mehr Einzug halten in Projekte.